02.11.2026 · Lesedauer 5 min

Reform der Netzentgelte ab 2029

Was das für Solaranlagen-Besitzer bedeutet

Schlagzeilen wie „Bis zu 90 Prozent mehr“ verunsichern viele Besitzer von Photovoltaikanlagen. Wir ordnen ein, was dahintersteckt und was sich tatsächlich ändern könnte.

Worum geht es?

Mit der Reform der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) will die Bundesnetzagenturöffnet in einem neuen Tab die Netzentgelte ab 2029 neu regeln. Netzentgelte decken die Kosten für Bau, Betrieb und Instandhaltung der Stromnetze und sind fester Bestandteil Ihres Strompreises. Nach Angaben der Bundesnetzagenturöffnet in einem neuen Tab geht es um rund 37 Mrd. Euro pro Jahr, die etwa 30 Prozent der Stromkosten eines Haushalts ausmachen. Neu ist dabei, dass Haushalte, die selbst Strom erzeugen, stärker an diesen Kosten beteiligt werden sollen.

Warum die Reform?

Netzkosten werden heute vor allem über den Verbrauch abgerechnet. Wer viel eigenen Solarstrom nutzt, bezieht weniger aus dem Netz und zahlt dadurch weniger fürs Netz, obwohl es nachts, im Winter oder bei bewölktem Himmel trotzdem bereitstehen muss. Diese Fixkosten tragen zunehmend Haushalte ohne eigene Anlage. Die Bundesnetzagenturöffnet in einem neuen Tab will das ausgleichen.

Was ist geplant?

Haushalte mit eigener Solaranlage sollen einen höheren Grundpreis für die Netznutzung zahlen. Im Entwurf der Bundesnetzagenturöffnet in einem neuen Tab ist ein Aufschlag von 70 bis 90 Prozent vorgesehen. Dieser bezieht sich allerdings nur auf den Netzanteil im Grundpreis, nicht auf die gesamte Stromrechnung. Die Bundesnetzagenturöffnet in einem neuen Tab ging im Mai davon aus, dass die Mehrbelastung voraussichtlich unter 100 Euro pro Jahr liegt, die genaue Höhe hängt vom regionalen Netzbetreiber ab. Balkonkraftwerke sind laut Entwurf ausdrücklich ausgenommen.

Noch ist nichts beschlossen

Der Festlegungsentwurf wurde am 6. August 2026 veröffentlicht und konnte bis zum 18. September 2026 kommentiert werden. Die endgültige Entscheidung ist für Ende 2026 geplant, gelten sollen die neuen Regeln ab 2029. Details und Höhe können sich also noch ändern. Für Sie ändert sich aktuell nichts. Sobald die finale Entscheidung der Bundesnetzagentur vorliegt, informieren wir Sie.

Lohnt sich Solarstrom weiterhin?

Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Strom, den Sie sonst kaufen müssten. Eine Kilowattstunde Haushaltsstrom kostet laut BDEWöffnet in einem neuen Tab aktuell durchschnittlich rund 37 Cent. Bei 1.500 selbst genutzten Kilowattstunden entspricht das rechnerisch etwa 555 Euro pro Jahr. Dem steht der Aufschlag gegenüber, der unabhängig vom Verbrauch anfällt und laut Bundesnetzagentur voraussichtlich unter 100 Euro pro Jahr bleibt. Selbst am oberen Rand der Schätzungen bleibt die Ersparnis damit deutlich größer. Ein hoher Eigenverbrauch bleibt daher der wichtigste Hebel für die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage.

Über den Autor

L. Wagner – Experte für Energie und Verbraucherthemen

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