Neues EU-Energielabel ab März 2021
Schluss mit Plus, hallo Effizienz! Für mehr Transparenz beim Energieverbrauch von Haushaltsgeräten. Die neuen EU-Energielabels starten für viele Haushaltsgeräte zukünftig nicht mehr bei A+++. Stattdessen beginnt die Skala bei A und endet bei G. Das Ziel? Mehr Transparenz hilft dem Verbraucher bei der Anschaffung neuer Geräte und motiviert Hersteller zu noch mehr Innovation. Ein geringerer Energieverbrauch kann die Stromkosten senken.
Warum ein neues Energielabel?
Ein kurzer Einblick in die Geschichte des Energielabels: 1998 wurde die Messmethode für die Klassifizierung von A bis G festgelegt. Durch den technischen Fortschritt stellte man schnell fest, dass es mehr Luft nach oben geben muss – so wurden 2003 die Plus-Klassen eingeführt (A+, A++, A+++). Die Folge? Die meisten Haushaltgeräte haben die Klasse A oder besser. Für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit beschloss das EU-Parlament 2017, zur Klassifizierung von A bis G zurückzukehren und eine neue Messmethode einzuführen. Ein Teil der aktuellen Haushaltsgeräte wird ab März 2021 neu eingestuft, dabei bleibt die Energieeffizienzklasse A jedoch vorerst leer. Schritt für Schritt soll das neue Energielabel auch auf weitere Gerätetypen ausgeweitet werden.
Was ändert sich?
Neben der wichtigsten Änderung – nämlich der Klassifizierung von A bis G ohne Plus-Klassen – ändern sich auch die Auswahl und das Design der Piktogramme im unteren Bereich des Energielabels. Sie geben zukünftig leicht verständlich Auskunft über wichtige Zusatzinformationen des Gerätes. Die Messmethoden dafür wurden aktualisiert, sodass der Vergleich von unterschiedlichen Produkten eines Gerätetyps besser möglich ist. Ein weiterer neuer Bestandteil des Energielabels ist ein QR-Code. Diesen können Verbraucher mit dem Smartphone scannen und weitere Informationen zum Produkt erhalten. Die Daten hierfür werden in einer neuen EU-Produktdatenbank gesammelt.
Für welche Geräte gilt das neue Energielabel?
Im März 2021 findet nach einer kurzen Übergangszeit die Umstellung auf die neuen EU-Energielabel für die folgenden Gerätearten statt:
- Waschmaschinen
- Spülmaschinen
- Waschtrockner
- Kühlgeräte
- Gefriergeräte
- Fernseher
- Monitore
Für Lampen folgt das neue Energielabel im September 2021, wobei diese 18 Monate lang parallel mit den neuen und alten Labels gekennzeichnet werden dürfen. Bei Online-Verkäufen müssen die alten Etiketten allerdings bereits nach 14 Arbeitstagen ersetzt werden. Für alle anderen kennzeichnungspflichtigen Elektrogeräte wie zum Beispiel Backöfen, Dunstabzugshauben oder Staubsauger ist die Umstellung erst in den kommenden drei Jahren geplant. Die Einführung des neuen Energielabels bei Heizungen und Boilern ist für 2026 geplant.
Was sind Energielabels?
Das EU-Energielabel informiert seit über 20 Jahren über die Energieeffizienz und weitere Eigenschaften von Haushaltsgeräten. Mit der Einteilung in Energieeffizienzklassen und weiteren Angaben lassen sich Haushaltsgeräte gut vergleichen. Das Design des Labels ist in jeder Landessprache verständlich: Die farbigen Balken reichen von Rot bis Grün, wobei Rot für einen hohen Energieverbrauch steht und Grün für einen niedrigen Energieverbrauch. Leicht verständliche Piktogramme geben Auskunft über die weiteren Angaben wie beispielsweise Schallemissionen, Programmdauer, Füllmenge.
Die Vorteile von Energielabels
Waschmaschine, Kühlschrank und PC sind unverzichtbar im Alltag – rund 30 Prozent des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten entfallen auf elektrische Haushaltsgeräte. Um den Energieverbrauch zu reduzieren, lohnt sich ein Blick auf das Energielabel. Laut Umweltbundesamt achten vier von fünf Deutschen bei der Kaufentscheidung auf das Energielabel. Kein Wunder, denn ein Gerät mit niedrigem Verbrauch kann die laufenden Kosten senken.
Vergleichbarkeit
Das EU-Energielabel macht Angaben zum Energieverbrauch von Haushaltsgeräten vergleichbar.
Mehr Komfort
Neue Haushaltsgeräte mit hoher Energieeffizient können sparsamer sein und jede Menge innovative Funktionen bieten.
Langfristig sparen
Geräte mit höherer Energieeffizienzklasse können in der Anschaffung teurer sein – doch dafür können Sie auf lange Sicht sparen.
Energiesparen mit effizienten Geräten
Ob ein Haushaltsgerät ein Stromfresser oder ein Energiesparer ist, hängt neben dem Stromverbrauch auch vom Nutzungsverhalten ab. Besonders bei Geräten, die im Dauerbetrieb laufen, macht eine hohe Energieeffizienzklasse einen deutlichen Unterschied. Verbraucht ein Kühlschrank der Klasse A+ zum Beispiel 177 kWh (122 Liter, 329 Euro) im Jahr und ein Kühlschrank der Klasse A+++ nur 93 kWh (122 Liter, 429 Euro) im Jahr, so ist der Anschaffungspreis erst einmal 100 Euro höher. Doch können Sie mit einem solch einem Kühlgerät knapp 50 Prozent weniger Strom im Jahr verbrauchen. Bei einem Strompreis von 30 ct/kWh sparen Sie jährlich etwa 25 Euro Stromkosten. Innerhalb von vier Jahren haben sie somit die höheren Anschaffungskosten wieder gedeckt.
