EEG-Umlage

Informationssammlung

Was es mit der EEG-Umlage auf sich hat

Die sogenannte EEG-Umlage fördert den Ausbau von Erneuerbaren Energien – sie unterstützt also die Energiewende. Betreiber von Erneuerbare Energien-Anlagen, die Strom aus Wind, Wasser, Sonne, Geothermie oder Biomasse produzieren und in das Stromnetz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten hierfür eine festgelegte Vergütung. Die Regierung wiederum verpflichtet die Netzbetreiber, diesen Strom abzukaufen. Der eingespeiste Strom wird dann an der Strombörse weiterverkauft.  In den meisten Fällen erzielen sie dort allerdings nicht den gleichen Preis, den sie zuvor an den Anlagenbetreiber gezahlt haben. Die Differenz bekommen sie deshalb aus dem EEG-Topf. Und dieser speist sich aus der EEG-Umlage, die jeder Verbraucher über den eigenen Strompreis mitbezahlt.

In anderen Worten: Die Auszahlungen an die EE-Anlagenbetreiber übersteigen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen teilweise um ein Vielfaches. Dieser Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage auf alle Stromverbraucher umgelegt.

Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher die EEG-Umlage bezahlen, da sie Teil des Strompreises ist. Die Höhe der EEG-Umlage wird durch die Netzbetreiber festgelegt und bis jeweils Mitte Oktober für das Folgejahr angepasst.

Stetiger Anstieg der EEG-Umlage seit dem Jahr 2000

Seit der Einführung im Jahr 2000 ist die EEG-Umlage stetig gestiegen, weil immer mehr Anlagen für Erneuerbare Energien in Betrieb gingen. Mit diesem Anstieg stiegen demnach  auch die Kosten für die Verbraucher.Darüber hinaus vergrößerten die erneuerbaren Energien das Stromangebot an der Börse und führten – gemeinsam mit anderen Effekten – zu einer Reduzierung des Strompreises. Die Differenz zwischen Strompreis und der festen Vergütung, den die Anlagenbetreiber erhielten, stieg. Die Verbraucher mussten diese Differenz über Strompreiserhöhungen wieder ausgleichen. Das führte zu einer paradoxen Situation: Je stärker die Erneuerbaren Energien den Strompreis senkten, desto höher stieg die EEG-Umlage.

Abwärtstrend: Die EEG-Umlage sinkt erstmals

2014 wurde die EEG-Umlage erstmals gesenkt, ebenso 2018 und 2019. Gründe dafür: An der Strombörse waren die Preise im Vorjahr gestiegen und das EEG-Ausgleichskonto, über das Zahlungen an die Erzeuger von regenerativ erzeugtem Strom erfolgen, wies deutliche Überschüsse auf. Damit konnten die EEG-Umlage gesenkt werden, um gleichzeitig die Verbraucher zu entlasten.

Ausblick in das Jahr 2021

Die EEG-Umlage liegt im kommenden Jahr 2021 bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde – im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Umlage für Erneuerbare Energien somit leicht um 0,256 ct/kWh. Betrachtet man jedoch das Rekorddefizit auf dem EEG-Konto durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hätte die EEG-Umlage im Normalfall deutlich steigen müssen. Mit dem Zuschuss der Bundesregierung bleibt dem Verbraucher ein sprunghafter Anstieg auf knapp 9,7 ct/kWh erspart.

Ausblick: Energiewende

Die Prognose des Frauenhofer ISE im Auftrag der deutschen Netzbetreiber rechnet damit, dass der Strom aus regenerativen Anlagen in den kommenden Jahren weiter zunimmt. Für das Jahr 2020 soll die Erzeugung aus EE-Anlagen um drei Terawattstunden auf etwa 228 Terawattstunden steigen – bis 2025 sogar auf 273 Terawattstunden. Die prognostizierte Deckungslücke des EEG-Kontos liegt 2021 bei rund 26,4 Milliarden Euro. Ohne Liquiditätsreserve und Beachtung des EEG-Kontostandes entspricht die EEG-Umlage damit 7,7 ct/kWh – darunter entfallen 2,8 ct/kWh auf Photovoltaik, 1,8 ct/kWh auf Energie aus Biomasse, 1,7 ct/kWh auf Windenergie an Land und etwa 1,3 ct/kWh auf Windenergie auf See. Mit der berechneten Liquiditätsreserve von 0,8 ct/kWh und einer Erhöhung von 1,2 ct/kWh durch das 2020 entstandene Defizit des EEG-Kontos läge die EEG-Umlage bei 9,651 ct/kWh. Durch den Bundeszuschuss sinkt die Umlage um knapp 3,2 ct/kWh.