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EEG-Umlage

EEG-Umlage: Ausbau erneuerbarer Energien

Der Energiemarkt in Deutschland ist im Umbruch: weg von fossilen Energieträgern und hin zu erneuerbaren Energieträgern. Vor zwanzig Jahren war die Stromerzeugung noch stark geprägt von fossilen Energieträgern - der Anteil regenerativer Energiequellen am Bruttostromverbrauch lag laut Umweltbundesamt im Jahr 2002 bei knapp acht Prozent. Durch den Wandel der Stromlandschaft liegt der Anteil am Bruttostromverbrauch im Jahr 2020 bereits bei rund 45 Prozent.

Um die Energiewende voranzutreiben, müssen Betreiber in neue Anlagen investieren oder bestehende ausbauen. Mit der Einspeisevergütung erhalten die Anlagenbetreiber eine Förderung. Das Finanzieren der Förderung wurde von der Bundesregierung im Jahr 2000 im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt. Die darin verankerte EEG-Umlage finanziert den Ausbau von erneuerbaren Energien.

Was ist die EEG-Umlage?

Betreiber von Anlagen, die Strom aus Wind, Wasser, Sonne, Geothermie oder Biomasse produzieren und in das Stromnetz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten hierfür eine festgelegte Einspeisevergütung. Die Bundesregierung wiederum verpflichtet die Netzbetreiber, diesen Strom abzukaufen. Der eingespeiste Strom wird dann an der Strombörse weiterverkauft. Allerdings übersteigen die Auszahlungen an die EE-Anlagenbetreiber in den meisten Fällen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen. Die Differenz bekommen die Anlagenbetreiber deshalb aus dem EEG-Topf. Und dieser speist sich aus der EEG-Umlage. Steigen die Erlöse an der Strombörse, sinkt die EEG-Umlage und umgekehrt.

Wer zahlt die EEG-Umlage und wer legt die Höhe fest?

Grundsätzlich müssen alle Stromverbraucher – Haushalts- und Gewerbekunden – die EEG-Umlage bezahlen, da sie neben anderen Umlagen und Abgaben ein Teil des Strompreises ist. Verbraucher zahlen die EEG-Umlage somit über die Stromrechnung an den Stromanbieter, der diese wiederum weitergibt an den Staat. In der Jahresabrechnung kann man als Verbraucher nachsehen, welchen Anteil die EEG-Umlage ausmacht.

Die Höhe der EEG-Umlage wird durch die Übertragungsnetzbetreiber ermittelt, bis jeweils Mitte Oktober für das folgende Kalenderjahr berechnet und auf Netztransparenz veröffentlicht. Insgesamt ergibt sich die Höhe der Umlage aus der Differenz zwischen Einkaufspreis für Strom an der Strombörse und den Zahlungen für die Einspeisevergütung. Für die Berechnung werden neben Prognosewerten auch der aktuelle EEG-Kontostand und eine Liquiditätsreserve, die als Puffer für nicht vorhersehbare Kosten dient, berücksichtigt. Darüber hinaus wird kalkuliert, wie viele EE-Anlagen im darauffolgenden Jahr gebaut werden. 

Was beeinflusst die EEG-Umlage?

  1. 1

    Neue EEG-geförderte Anlagen

  2. 2

    Börsenstrompreis

  3. 3

    Liquiditätsreserve

  4. 4

    Höhe des Letztverbrauchs

  5. 5

    Aktueller EEG-Kontostand

Entwicklung der EEG-Umlage seit dem Jahr 2000

Seit der Einführung im Jahr 2000 ist die EEG-Umlage stetig gestiegen, weil immer mehr Anlagen für erneuerbare Energien in Betrieb gingen. Mit diesem Anstieg stiegen demnach auch die Kosten für die Verbraucher. Darüber hinaus vergrößerten die erneuerbaren Energien das Stromangebot an der Börse und führten – gemeinsam mit anderen Effekten – zu einer Reduzierung des Strompreises. Die Differenz zwischen Strompreis und der festen Vergütung, den die Anlagenbetreiber erhielten, stieg. Die Verbraucher mussten diese Differenz über Strompreiserhöhungen wieder ausgleichen. Das führte zu einer paradoxen Situation: Je stärker die erneuerbaren Energien den Strompreis senkten, desto höher stieg die EEG-Umlage.

2015 wurde die EEG-Umlage erstmals gesenkt auf rund 6,2 Cent pro Kilowattstunde, ebenso sank die Umlage in den Jahren 2018 und 2019. Gründe dafür: An der Strombörse waren die Preise im Vorjahr gestiegen und das EEG-Ausgleichskonto, über das Zahlungen an die Erzeuger von regenerativ erzeugtem Strom erfolgen, wies deutliche Überschüsse auf. Damit konnten die EEG-Umlage gesenkt werden, um gleichzeitig die Verbraucher zu entlasten.

Erstmalige Förderung der EEG-Umlage

Die EEG-Umlage liegt im Jahr 2021 bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde – im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Umlage für erneuerbare Energien somit leicht um 0,256 ct/kWh. Betrachtet man jedoch das Rekorddefizit von 24,6 Milliarden Euro auf dem EEG-Konto durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie, hätte die EEG-Umlage im Normalfall deutlich steigen müssen. Mit dem Zuschuss der Bundesregierung bleibt dem Verbraucher ein sprunghafter Anstieg auf knapp 9,7 ct/kWh erspart. Das bedeutet: Erstmals zahlt nicht nur der Verbraucher auf das EEG-Konto ein, sondern auch der Bund über Mittel des Konjunkturpaketes. Weiterhin fließt auch ein Teil der Einnahmen der CO2-Bepreisung auf das EEG-Konto. Dieser Mechanismus soll auch für das kommende Jahr noch gelten. Mehr dazu finden Sie auf unserem Blog.

FAQ zur EEG-Umlage

  • Der Strompreis in Deutschland ist abhängig von dem Wohnort und dem Energieanbieter. Im Durchschnitt lag der Strompreis laut STROMREPORT im Jahr 2021 bei 31,89 Cent pro Kilowattstunde. Der Strompreis setzt sich aus drei Teilen zusammen: Neben Erzeugerkosten (24,1 Prozent) und Netzentgelten (24,5 Prozent) spielen die Steuern, Abgaben, Umlagen mit einem Anteil von 51,4 Prozent die größte Rolle.

  • Die EEG-Umlagen macht laut STROMREPORT mit 20,4 Prozent den größten Anteil der staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen aus.  

  • Zum einen eine nachhaltige Entwicklung der Stromversorgung, um die Energiewende voranzutreiben. Zum anderen soll die Entwicklung der Technologien zur Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen angetrieben werden.

  • Die EEG-Umlage ist für alle Stromverbraucher gleich hoch, doch es gibt für Unternehmen aus bestimmten Bereichen Ermäßigungen. Geregelt sind die Ausnahmen in der Besonderen Ausgleichsregelung (BesAR) in §§ 63 ff. EEG 2021. Auch für Eigenstromversorger, also zum Beispiel Verbraucher mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, gibt es Ermäßigungen auf die EEG-Umlage.

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