Frau die entspannt vor ihrer Heizung sitzt

Erdgas

Was genau ist Erdgas?

Erdgas ist ein Gasgemisch, dessen genaue Zusammensetzung vom Ort seiner Förderung abhängt. Hauptsächlich (nämlich zu 75 bis 99 Prozent) besteht Erdgas aus Methan. Hinzukommen je nach Lagerstätte, Ethan, Propan, Butan und Ethen. Erdgas ist farb- und (in der Regel) geruchlos. Je nach Herkunft kann das Erdgas bei seiner Förderung zwar noch geruchsintensive Schwefelverbindungen enthalten, diese werden jedoch mit Hilfe von Verfahren wie der sogenannten Gaswäsche fast vollständig entfernt. Allerdings werden dem Erdgas wieder geringe Mengen an Duftstoff beigemischt, um ein unerwünschtes Austreten, etwa durch eine undichte Leitung, schnellstmöglich erkennen zu können.

Wo kommt Erdgas her?

Nur etwa ein Fünftel des in Deutschland benötigten Erdgases kann durch Produktion und Förderung aus eigenen Quellen gedeckt werden – darum ist ein Import aus anderen Ländern zwingend notwendig. Rund ein Drittel des von Deutschland importierten Erdgases kommt aus den GUS Staaten, etwa 25 Prozent aus Norwegen sowie weitere 20 Prozent aus den Niederlanden. Das Gas wird mit Hilfe von Pipelines, die entweder über Land verlaufen oder als Unterwasserpipelines gebaut werden, transportiert. Auch ein Transport von Flüssiggas per Schiff ist möglich.

Wofür wir Erdgas genutzt?

In Deutschland heizen viele Millionen Haushalte mit Erdgas. Eine offizielle Schätzung des Finanzmagazins Focus Money geht davon aus, dass in 53 Prozent der Neubauten und rund der Hälfte des gesamten Wohnraumbestandes mit Erdgas geheizt wird. Neben der, Verbrauchern wohl am besten bekannten, Nutzung als Heizbrennstoff, findet Erdgas aber auch in anderer Weise Verwendung. So wird es beispielsweise als Reaktionspartner in der chemischen Industrie, als Wärmelieferant für thermische Gewerbeprozesse sowie als Treibstoff für Kraftfahrzeuge genutzt.

Brennwert von Erdgas variiert?

Die Zusammensetzung des Erdgases hat großen Einfluss auf dessen Brennwert. Zwar macht Methan den größten Anteil im Gemisch von Erdgas aus, je nach den Prozentanteilen von anderen enthaltenen Gasen verändert sich allerdings auch der Brennwert. So haben Propan und Butan beispielsweise einen höheren Brennwert als Methan und beeinflussen so Zusammensetzung und Wert.

H- und L-Gas?

In Deutschland steht, je nach Region und Herkunft, entweder H-Gas (High Caloric Gas) oder L-Gas (Light Caloric Gas) zur Verfügung. H-Gas kommt aus den GUS Staaten und von den Erdgasfeldern der Nordsee. Es enthält einen größeren Anteil an Propan und Butan als L-Gas, weshalb sein Brennwert zwischen 10 und 12 kWh / m3 auch höher ist. L-Gas weist hingegen einen Brennwert von 8 bis 10 kWh / m3 auf. Es wird hauptsächlich in NRW und Niedersachsen genutzt. Herkunftsländer sind die Niederlande sowie Norddeutschland.


Erdgassorte für Verbraucher unerheblich?

Trotz der Unterschiede zwischen H-Gas und L-Gas ist für den Verbraucher unerheblich, welche der beiden Erdgassorten er bezieht. Denn der Gasverbrauch eines Haushaltes berechnet sich nach den verbrauchten kWh, sodass Bezieher von L-Gas gegenüber Beziehern von H-Gas nicht benachteiligt werden. Auch bei einem Wechsel des Erdgasanbieters spielt es für Verbraucher keine Rolle, welche Sorte Erdgas sie beziehen. Die Unterschiede zwischen L-Gas und H-Gas werden vom Erdgasanbieter bei der Preiskalkulation berücksichtigt.

Erdgas günstiger als Heizöl?

Durch die Abkopplung des Gaspreises vom Preis des Rohöls hat sich der Preis für Erdgas in den letzten Jahren - trotz Preissteigerungen für den Verbraucher - im Vergleich zu Heizöl positiv entwickelt. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh (Kilowattstunden), was gleichzusetzen ist mit einem Reihenhaus, spart der Verbraucher jährlich ca. 250 Euro allein bei der Gasrechnung. Wenn man noch den Platzvorteil durch den Wegfall eines Heizöltankes einbezieht, gibt es für eine Heizung mit Heizöl im Vergleich zu einer Erdgas-Heizung keine guten Argumente mehr.

FAQ zu Erdgas

  • Bevor das Erdgas zum Heizen und Kochen im Haushalt verwendet werden kann, müssen die Lagerstätten entdeckt und erschlossen werden. Die Vorkommen von Erdgas liegen weit unter der Erdoberfläche - in der Regel mehrere hundert Meter oder sogar mehrere Kilometer. Der beliebte Rohstoff bedarf also meistens einer aufwändigen Suche und tiefen Bohrungen.

  • Erdgas bildete sich vor 20 bis 200 Millionen Jahren aus Mikroorganismen wie zum Beispiel Algen, diese sanken ab auf den Boden der Ozeane. Dort wurden die abgestorbenen Kleinstlebewesen überdeckt von zahlreichen weiteren undurchlässigen Schichten. Unter Luftabschluss, erhöhter Temperatur und großem Druck setzten chemische Prozesse ein und diese führten zur Bildung von Erdgas.

  • Erdöl und Erdgas sind beides fossile Rohstoffe und Energieträger, die wir im Alltag zum Heizen oder Tanken nutzen. In den unterirdischen Lagerstätten von Erdgas kommt häufig auch Erdöl vor. Da Gas eine geringere Dichte als Öl aufweist, kommt Erdgas häufig oberhalb von Erdöl vor. Es gibt auch weitere Unterschiede: Während Erdgas gasförmig ist, so ist Erdöl flüssig. Erdöl entstand bei geringeren Temperaturen von rund 120 Grad, während Erdöl bei rund 180 Grad entstand. Erdöl bildete sich bei einer Tiefe von bis zu 6.000 Metern, Erdgas bildete sich etwas höher bei rund 4.000 Metern Tiefe.

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