30.11.2023 · Lesedauer 8 min

Digitaler Datenmüll

Digitaler Datenmüll: So wirken sich Speicherbedarf und Energieverbrauch aus

Digitale Daten benötigen für ihre Speicherung und Verarbeitung Energie. Wie hoch der damit verbundene Energieverbrauch ist, hängt unter anderem von der Datenmenge, der Speicherdauer, dem jeweiligen Rechenzentrum und dem verwendeten Energiemix ab. 

Indem Sie regelmäßig Daten in Ihrer Cloud aufräumen, schaffen Sie Ordnung und verringern den gespeicherten Datenbestand. Ob dadurch auch der Energieverbrauch oder die Emissionen sinken, hängt vom jeweiligen Cloud-Dienst und seiner technischen Infrastruktur ab. Wie digitaler Datenmüll entsteht und wie Sie ihn reduzieren können, erklären wir in diesem Beitrag.

Was ist digitaler Datenmüll?

Digitaler Datenmüll bezeichnet alle digitalen Inhalte, die wir erstellen und speichern, aber nicht mehr nutzen. Dazu gehören alte E-Mails, doppelte Dateien, ungenutzte Apps und Ähnliches. Diese Daten belegen Speicherplatz auf unseren Geräten und in den Cloud-Speichern, die auf Servern weltweit verteilt sind.

Wie entsteht digitaler Datenmüll?

Bei alltäglichen Aktivitäten mit digitalen Geräten, sei es beim Öffnen und Nutzen von Programmen, Surfen im Internet oder beim Starten und Herunterfahren des Computers, entsteht unweigerlich Datenmüll. Dies gilt auch für Geräte wie das MacBook oder iPhone. Zum Beispiel generieren Anwendungen fortlaufend Sicherungsdateien während der Benutzung, die nach dem Abspeichern überflüssig werden. Im Browser-Cache sammeln sich Daten an, die das Laden von Webseiten beschleunigen. Programme wie Apple Fotos speichern temporäre Daten in der iCloud und E-Mail-Programme speichern alte Nachrichten. Auch ungenutzte Apps und Programme führen regelmäßig Hintergrundsynchronisationen durch.

Digitaler Abfall kann sich auch in Form von alten Downloads, verschiedenen Dokumentenversionen, Suchverläufen oder in der Benutzerverwaltung anhäufen. Ohne regelmäßige Bereinigung bleiben diese Datenreste über Jahre hinweg bestehen und der Datenberg wächst kontinuierlich an. Zudem starten Anwendungen langsamer und es geht wertvoller Speicherplatz verloren.

Was können wir gegen digitalen Datenmüll tun?

Bewusstsein schaffen

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass digitale Daten Speicherplatz und Energie benötigen. Dieses Bewusstsein zu schärfen, ist essenziell.

Datenmüll reduzieren

Regelmäßiges Aufräumen von E-Mails, doppelten Dateien und ungenutzten Apps kann den gespeicherten Datenbestand verringern. 

Technologien mit Energieangaben

Unterstützung von Unternehmen, die konkrete Angaben zu den genutzten Energiequellen und zum Energieverbrauch ihrer Technologien machen. 

Cloud-Speicher 

Bevorzugung von Cloud-Anbietern, die nachvollziehbare Angaben zu den genutzten Energiequellen und zur technischen Infrastruktur machen. 

So wird man den Datenmüll los

Erstmal müssen Sie alle überflüssigen Dateien identifizieren. Dafür müssen Sie alle Server und Festplatten absuchen.

Hier sind typische Beispiele für unnötigen Datenmüll:

  • Duplikate
  • Bilder, die fast identisch sind
  • Dateien aus alten Projekten
  • Überholte Excel-Tabellen
  • Alte und unwichtige E-Mails
  • Designvarianten von abgeschlossenen Projekten
  • Bereits heruntergeladene Dateien
  • Veraltete Präsentationen 
  • Fehlplatzierte Dateien, die unbemerkt bleiben
  • Dateien mit veralteten Informationen
  • Nicht mehr benötigte Dateien in Kollaborationstools wie z.B. Miro

Vorteile des digitalen Aufräumens für Unternehmen

  • Speicherplatz
    Beim Löschen von unnötigen Daten, Videos, Bildern und Apps wird weniger Speicherplatz verbraucht, was somit weniger Serverplatz in Anspruch nimmt und je nach Infrastruktur des Anbieters auch Energie sparen kann.
  • Geringer Datenbestand
    Durch das Löschen nicht mehr benötigter Daten verringert sich der gespeicherte Datenbestand und somit je nach Speicher- und Backup-Infrastruktur auch der Energieverbrauch

  • Erhöhte Effizienz
    Schnellerer Zugriff auf wichtige Daten, was die Produktivität steigert

  • Kosteneinsparung
    Direkte und indirekte finanzielle Einsparungen durch effizientere Datenverwaltung und Datenspeicherung

  • Imageverbesserung
    Positive Auswirkungen auf das Firmenimage durch Kommunikation der Nachhaltigkeitsbemühungen, sofern die tatsächliche Energie- bzw. Emissionswirkung nachvollziehbar belegt werden kann

Tipps zum digitalen Aufräumen

Im Zuge unseres digitalen Alltags sammeln sich schnell große Mengen an Datenmüll an. Doch mit einigen einfachen Tipps lässt sich dieser effizient beseitigen:

  • Daten regelmäßig überprüfen: Setzen Sie sich regelmäßige Termine, um alte oder unnötige Dateien zu identifizieren und zu löschen.
  • Duplikate entfernen: Verwenden Sie spezielle Tools (z.B. CleanMyMac oder CCleaner), um doppelte Dateien zu finden und zu löschen. 
  • E-Mail-Postfach aufräumen: Löschen Sie alte, unwichtige E-Mails und leeren Sie regelmäßig den Papierkorb.
  • Unnötige Apps und Programme deinstallieren: Entfernen Sie Software, die Sie nicht mehr nutzen.
  • Cloud-Speicher optimieren: Überprüfen Sie Ihren Cloud-Speicher und entfernen Sie dort nicht benötigte Dateien.
  • Datensicherung und Archivierung: Archivieren Sie wichtige, aber selten genutzte Daten und halten Sie Sicherungskopien aktuell.
  • Ordnung und Systematik einführen: Strukturieren Sie Ihre Dateien mit klaren Ordnern und Benennungssystemen.
  • Browser-Cache und Cookies regelmäßig löschen: Dies verbessert nicht nur die Leistung Ihres Browsers, sondern schützt auch Ihre Privatsphäre.
  • Newsletter reduzieren: Abonnieren Sie nur Newsletter, die Sie wirklich lesen. Mit einem Klick auf den Button "Abbestellen" im Newsletter kann man diesen direkt abbestellen.
  • Smartphone von Ballast befreien: Deinstallieren Sie Apps, die Sie ohnehin nicht verwenden. Entfernen Sie verwackelte oder doppelte Fotos und Videos.

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