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Strompreise

Was kostet Strom in Deutschland?

Der Trend ist klar: Der Strompreis in Deutschland stieg im Laufe der letzten Jahre. Lag der durchschnittliche Strompreis von Haushaltskunden in Deutschland mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr 2012 noch bei 25,89 ct/kWh, so liegt er laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mittlerweile bei 31,89 Cent pro Kilowattstunde (Stand Juni 2021). Das liegt vor allem daran, dass sich Steuern, Abgaben und Umlagen seit dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht haben und auch die Netzentgelte stiegen an. Grund dafür sind vor allem die Investitionen in eine klimafreundliche Stromversorgung und der Netzausbau.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Strom kommt aus der Steckdose – dafür zahlen Sie einen Strompreis an Ihren Stromanbieter. Schauen Sie sich Ihre Jahresabrechnung jedoch genauer an, verstecken sich hinter dem Strompreis mehrere Bestandteile. Ihr Stromanbieter muss einen erheblichen Teil der Stromkosten weitergeben. Insgesamt besteht der Strompreis aus drei größeren Bestandteilen:

  • Energieversorger: Strombeschaffung und Vertrieb
  • Staat: Steuern, Abgaben, Umlagen
  • Netzbetreiber: Netznutzungsentgelte

Der Anteil dieser drei Blöcke am gesamten Strompreis sieht wie folgt aus: Steuern, Umlagen und vor allem Abgaben wie zum Beispiel die EEG-Umlage sind gesetzlich festgelegt und werden an den Staat abgeführt. Der Anteil am Strompreis liegt etwa bei 51 Prozent. Hinzu kommen noch die Netzentgelte für den Transport des Stroms, die an den Netzbetreiber gezahlt werden müssen. Hier liegt der Anteil am Strompreis bei etwa 20 Prozent. Mit den Kosten für Beschaffung und Vertrieb legt der Energieanbieter die restlichen rund 25 Prozent des Strompreises fest und gestaltet somit die Stromtarife.

Die einzelnen Bestandteile des Strompreises

Zum einen umfasst der Strompreis die staatlich festgelegten Umlagen, Abgaben und Steuern, die mehr als die Hälfte der Stromkosten ausmachen. Darunter fallen die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe, die Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG-Umlage), die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG-Umlage), die Offshore-Netzumlage, die Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung sowie die Umlage für abschaltbare Lasten.

Ein weiterer Bestandteil sind die Kosten für den Transport und die Messung von Strom. Die Netzentgelte und Gebühren für den Zähler haben einen Anteil von rund einem Viertel. Mit den Netzentgelten werden die Stromnetze betrieben, sodass der Strom reibungslos transportiert werden kann. Die Gebühren für den Zähler fallen an, um die Messung, den Betrieb und die Wartung sicherzustellen. Reguliert wird die Höhe der Kosten von der Bundesnetzagentur. Weiterhin können die Netzentgelte je nach Region unterschiedlich hoch sein. Ebenso wie bei den staatlichen Abgaben zahlt der Verbraucher die Netzentgelte an den Stromanbieter, dieser gibt sie jedoch weiter an die Netzbetreiber und Messstellenbetreiber.

Der dritte Block besteht aus der Beschaffung und der Lieferung des Stroms und hat einen Anteil am Strompreis von rund einem Viertel. Dieser Block wird auch als Wettbewerbsanteil bezeichnet, da der Energieversorger diesen selbst festlegen kann.

Strompreis 2021 unter der Lupe

Die Anteile der drei Blöcke am durchschnittlichen Strompreis für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch in Deutschland sind im Juni 2021 laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft wie folgt: 

Preisbestandteil

Preis in Cent

Stromeinkauf, Service, Vertrieb

7,7

Netzentgelte & Messung

7,8

Steuern, Abgaben, Umlagen

16,39

EEG-Umlage

6,5

Konzessionsabgabe

1,66

Stromsteuer

2,05

Mehrwertsteuer

5,09

KWKG-Umlage

0,25

§19 StromNEV-Umlage

0,43

Offshore-Netzumlage

0,4

Umlage für abschaltbare Lasten

0,009

Strompreisentwicklung der letzten zehn Jahre

Viele sprechen von einem “Rekordhoch”: Der Preis für eine Kilowattstunde stieg in den letzten zehn Jahren laut BDEW um 23 Prozent an und erreichte 2021 den Durchschnittspreis von 31,89 Cent pro Kilowattstunde für Haushaltskunden in Deutschland. Damit zahlen Deutsche den höchsten Strompreis in Europa. Doch warum steigen die Strompreise? Der stetige Anstieg für Stromkosten ist zum größten Teil auf den wachsenden staatlichen Anteil zurückzuführen. Beeinflusst von der Energiewende, stiegen Steuern, Abgaben und Umlagen seit 2012 um 41 Prozent. Einen Großteil davon macht die EEG-Umlage aus, die den Ausbau der erneuerbaren Energien fördert. Trotz Bundeszuschuss mit Deckelung auf 6,5 Cent je Kilowattstunde wirkt sich die EEG-Umlage auf den Strompreis aus. Darüber hinaus macht sich auch der flächendeckende Netzausbau in Deutschland beim Strompreis bemerkbar, in den letzten zehn Jahren stiegen die Netzentgelte um 14 Prozent.  

Dem hohen Strompreis entgegenwirken

Einem hohen Strompreis können Verbraucher gezielt entgegenwirken, und zwar durch einen Wechsel des Anbieters. Als Verbraucher hat man dabei die freie Auswahl und kann problemlos zu einem Energieversorger wechseln, der niedrigere Strompreise anbietet. Dazu muss nur der laufende Stromvertrag innerhalb der festgelegten Kündigungsfrist gekündigt und ein Vertrag mit einem neuen Anbieter geschlossen werden. Der neue Stromanbieter übernimmt die Kündigung und alle weiteren Formalitäten. Erhöht der aktuelle Anbieter seine Strompreise, so greift ein Sonderkündigungsrecht. In diesem Fall muss der Verbraucher auch die reguläre Kündigungsfrist nicht einhalten, sondern kann außerhalb der vertraglichen Kündigungsfristen zu einem günstigeren Versorger wechseln.

FAQ zu Strompreisen

  • In regelmäßigen Abständen – meistens einmal pro Jahr – erstellt Ihr Stromanbieter anhand des aktuellen Zählerstands Ihre Stromrechnung. Meistens setzt sich der berechnete Strompreis aus einem Grundpreis und einem sogenannten Verbrauchspreis oder auch Arbeitspreis zusammen. Der Grundpreis fällt unabhängig vom Stromverbrauch an. Dagegen stellt der Arbeitspreis die tatsächlich verbrauchte Energie in Kilowattstunden dar. Die Höhe des gesamten Strompreises sind im Stromtarif festgelegt. Dieser legt die Konditionen für Ihre Stromkosten fest, wie zum Beispiel Boni, Vertragslaufzeit oder Art der Abrechnung.  

  • Die Zusammensetzung des Strompreises besteht aus drei Komponenten (Staatliche Abgaben, Netzentgelte, Vertrieb), die je nach Wohnort und Stromanbieter variieren können. In einem Stromtarif werden die Konditionen für Ihre Stromkosten festgelegt, meistens in einem Arbeitspreis und einem Grundpreis.  

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