Strompreise in Deutschland - Zusammensetzung und Entwicklung
Strompreise
Was kostet Strom in Deutschland?
Die Strompreise haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Besonders 2022 kam es infolge des Ukraine-Krieges zu erheblichen Preisausschlägen an den Großhandelsmärkten, was die Kosten für Beschaffung und Vertrieb deutlich erhöht hat. Lag der durchschnittliche Strompreis von Haushaltskunden in Deutschland mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr 2016 noch bei 29,80 Cent/kWh, so liegt er laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft öffnet in einem neuen Tab mittlerweile bei durchschnittlich 39,90 Cent pro Kilowattstunde (Stand Januar 2026).
Wie setzt sich der Strompreis zusammen?
Strom kommt aus der Steckdose – dafür zahlen Sie einen Strompreis an Ihren Stromanbieter. Schauen Sie sich Ihre Jahresabrechnung genauer an, stoßen Sie auf mehrere Bestandteile des Strompreises. Ihr Stromanbieter muss einen erheblichen Teil der Stromkosten weitergeben. Insgesamt besteht der Strompreis aus drei größeren Bausteinen:
Die einzelnen Bestandteile des Strompreises
Steuern, Ablagen, Umlagen: Zum einen umfasst der Strompreis die staatlich festgelegten Steuern, Ablagen und Umlagen, die circa ein Drittel der Stromkosten ausmachen. Darunter fallen die Stromsteuer, die Konzessionsabgabe, die Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG-Umlage), die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG-Umlage), die Offshore-Netzumlage sowie der Aufschlag für besondere Netznutzung (§ 19 Strom-NEV-Umlage und Aufschlag für besondere einspeiseseitige Netznutzung).
Netznutzungsentgelte: Ein weiterer Bestandteil sind die Kosten für den Transport und die Messung von Strom. Die Netzentgelte und Gebühren für den Zähler haben einen Anteil von rund einem Fünftel. Mit den Netzentgelten werden die Stromnetze betrieben, sodass der Strom reibungslos transportiert werden kann. Die Gebühren für den Zähler fallen an, um die Messung, den Betrieb und die Wartung sicherzustellen. Reguliert wird die Höhe der Kosten von der Bundesnetzagentur. Weiterhin können die Netzentgelte je nach Region unterschiedlich hoch sein. Ebenso wie bei den staatlichen Abgaben zahlt der Verbraucher die Netzentgelte an den Stromanbieter, dieser gibt sie jedoch weiter an die Netzbetreiber und Messstellenbetreiber.
Strombeschaffung und Vertrieb: Der dritte und größte Block, der circa die Hälfte der Stromkosten ausmacht, besteht aus der Beschaffung und der Lieferung des Stroms. Dieser Block wird auch als Wettbewerbsanteil bezeichnet, da der Energieversorger diesen selbst festlegen kann.
Strompreis 2025 unter der Lupe
Die Anteile der drei Blöcke am durchschnittlichen Strompreis für einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch in Deutschland sind Stand Januar 2026 laut BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaftöffnet in einem neuen Tab wie folgt:
| Preisbestandteil | Preis in Cent pro kWh |
|---|---|
| Stromeinkauf, Service, Vertrieb | 15,71 |
| Netzentgelte & Messung | 10,94 |
| EEG-Umlage (Wegfall 1. Juli 2022) | 0,00 |
| Konzessionsabgabe | 1,67 (Durchschnittspreis) |
| Stromsteuer | 2,05 |
| Mehrwertsteuer | 6,27 |
| KWKG-Umlage | 0,277 |
Aufschlag für besondere Netznutzung inkl. § 19 Strom-NEV-Umlage Aufschlag für besondere einspeiseseitige Netznutzung | 1,560 |
| Offshore-Netzumlage | 0,816 |
| Umlage für abschaltbare Lasten | abgeschafft seit 31.12.2023 |
- Preisbestandteil
- Stromeinkauf, Service, Vertrieb
- Preis in Cent pro kWh
- 15,71
- Preisbestandteil
- Netzentgelte & Messung
- Preis in Cent pro kWh
- 10,94
- Preisbestandteil
- EEG-Umlage (Wegfall 1. Juli 2022)
- Preis in Cent pro kWh
- 0,00
Was bedeuten die Abgaben, Umlagen und Steuern genau? Eine Zusammenfassung mit Erklärungen finden Sie hier.
Strompreisentwicklung der letzten zehn Jahre
Die Entwicklung des Strompreises in Deutschland befand sich in den letzten zehn Jahren in einem dynamischen Wandel, der von verschiedenen Faktoren wie geopolitischen Ereignissen, dem Ausbau erneuerbarer Energien und regulatorischen Anpassungen geprägt war. Laut aktuellen Daten des BDEW stieg der Preis für eine Kilowattstunde in den letzten zehn Jahren um rund 33 Prozent und erreichte Ende 2025 einen Durchschnittspreis von 39,30 Cent pro Kilowattstunde für Haushaltskunden in Deutschland.
Insbesondere die Jahre 2021 bis 2023 waren von enormen Preisanstiegen geprägt, die alleine in diesem Zeitraum 47 Prozent betrugen. Hauptursache war der starke Anstieg der Beschaffungskosten. Der Krieg in der Ukraine hatte die Großhandelspreise für Gas und Kohle massiv erhöht, was aufgrund der weiterhin bedeutenden Rolle von Gaskraftwerken in Europa die Strompreise in die Höhe trieb.
2024 zeigte sich hingegen eine leichte Stabilisierung der Preise. Die Entspannung an den Energiemärkten, eine verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und eine diversifizierte Energieversorgung trugen dazu bei, die Lage zu beruhigen. Im Jahr 2025 lag der Durchschnittspreis für Haushaltskunden in Deutschland bei 39,30 Cent pro Kilowattstunde und damit 0,8 Cent pro Kilowattstunde unter dem Durchschnittspreis von 2024. Trotz der Entspannung bleibt das Preisniveau hoch, da Investitionen in die Energiewende und andere Kostenfaktoren weiterhin erheblichen Einfluss auf die Strompreise haben.
Kurz zusammengefasst
- Steigerung des Strompreises in den letzten 10 Jahren um rund 33 Prozent
- Ende 2025 Durchschnittspreis: 39,30 Cent pro kWh
- Vor allem 2021-2023 starker Preisanstieg (47 Prozent)
- Ursache: stark steigende Beschaffungskosten durch den Krieg in der Ukraine und damit einhergehende hohe Preise für Gas & Kohle
- Seit 2024 leichte Stabilisierung der Preise durch Entspannung an den Energiemärkten, verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien und diversifizierte Energieversorgung
- weiterhin hohes Preisniveau aufgrund nötiger Investitionen in die Energiewende




