Frau die entspannt vor ihrer Heizung sitzt

Neue Gas-Umlagen ab 01.10.2022

Bundesregierung führt zur Sicherstellung der Gasversorgung neue Umlagen ein 

Der russische Angriff auf die Ukraine hat die ohnehin angespannte Lage auf den Energiemärkten drastisch verschärft. Eine erhebliche Reduzierung der Gasimportmenge von russischen Lieferanten nach Deutschland ist bereits eingetreten. In der Folge kommt es immer häufiger dazu, dass Gasimporteure für die fehlenden Mengen am Markt Ersatz beschaffen müssen. Dies ist nur zu wesentlich höheren Kosten möglich. 

Aus diesem Grund führt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die mit 2,419 ct/kWh festgelegte „Gasbeschaffungsumlage“ zum 01.10.2022 ein, um die Mehrkosten, die den Importgesellschaften durch die Ersatzbeschaffung entstehen, zu kompensieren. Parallel dazu wurde die sogenannte „Gasspeicherumlage“ verabschiedet, deren Höhe 0,059 ct/kWh beträgt. Mit dieser Umlage sollen die Kosten, die zur Sicherung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen entstehen, abgefangen werden, um so die Versorgungssicherheit der Verbraucher im Winter zu gewährleisten.

Ebenfalls bekanntgeben wurde die „Bilanzierungsumlage", die für den Zeitraum zwischen dem 01.10.2022 und dem 30.09.2023 0,57ct/kWh beträgt. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 0 ct/kWh. 

Was bedeutet das für die Verbraucher?

Beide Umlagen wurden staatlich festgelegt und können durch die MAINGAU Energie sowie allen anderen Energieversorger nicht beeinflusst werden. Die Kosten, die durch die Umlagen entstehen, werden in der Preisgestaltung bei allen Gastarifen berücksichtigt. Daher sind alle Gaskunden von den Umlagen betroffen. 

Wie setzt sich der Gaspreis zusammen?

Neu: Was ist die „Gasbeschaffungsumlage“?

Mit Hilfe der Gasbeschaffungsumlage nach §26 Energiesicherungsgesetz sollen große Gasimporteure entlastet werden, die aufgrund reduzierter Gasliefermengen aus Russland nur zu deutlich höheren Preisen am Markt Ersatz beschaffen können. Damit soll verhindert werden, dass einzelne Versorger ausfallen, was einen Zusammenbruch der Lieferketten zur Folge haben könnte. Die Kostenerhebung wurde vorerst bis zum 01. April 2024 festgelegt. Bis zu diesem Datum kann die Höhe der Umlage von der Bundesregierung regelmäßig angepasst werden.

Was umfasst die „Bilanzierungsumlage"?

Die Bilanzierungsumlage wird für die Regelung der Ein- und Ausspeisemengen im jeweiligen Marktgebiet fällig. Die Ein- und Ausspeisung im Gasnetz muss stets im Gleichgewicht gehalten werden. Für diesen Ausgleich muss entsprechend Energie gekauft oder verkauft werden. Falls die prognostizierten Kosten der Gaszukäufe die zu erwartenden Einnahmen der Gasverkäufe übersteigen, wird die Bilanzierungsumlage erhoben. Diese wird jeweils zum 01.10 eines jeden Jahres für einen Zeitraum von zwölf Monaten angepasst und veröffentlicht.

Für den Zeitraum 01.10.2022 bis 30.09.2023 beträgt die Bilanzierungsumlage 0,57ct/kWh netto. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert bei 0 ct/kWh.

Neu: Was ist die „Speicherumlage“?

Die Speicherumlage nach §35e Energiewirtschaftsgesetz dient der Sicherung der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen. Die Kosten, die dadurch entstehen, sollen über die Speicherumlage finanziert werden. Die Geltungsdauer der Umlage wurde auf einen Zeitraum vom 01. Oktober 2022 bis 31. März 2025 festgelegt, wobei die Höhe der Umlage in regelmäßigen Abständen neu ermittelt und rechtzeitig kommuniziert wird.

Was sind die Kosten für Netznutzung?

Netzentgelte, auch Netznutzungsentgelte genannt, sind Gebühren, welche jeder Nutzer eines Gas- oder Stromnetzes an den Netzbetreiber zahlen muss. Als Nutzer zahlen Sie die Gebühren nicht direkt an Ihren Netzbetreiber, sondern über uns. Wir leiten diese Kosten an Ihren Netzbetreiber weiter. Die Netzentgelte machen durchschnittlich 15 Prozent des Gaspreises aus, sodass Veränderungen an diesen auch Auswirkungen auf Ihren Tarif haben. Wir sowie alle anderen Energieversorger haben keine Möglichkeit die Höhe des Netzentgeltes zu beeinflussen.

Welche Steuern und Abgaben beeinflussen den Gastarif zusätzlich?

Die Erdgassteuer ist eine gesetzlich geregelte Verbrauchssteuer, welche pro kWh anfällt. Die Steuerhöhe ist festgelegt und wird von uns lediglich weitergeleitet. Neben Steuern gibt es auch Umlagen und Abgaben so beispielsweise die Konzessionsabgabe. Hierunter versteht man Entgelte, eine Art Wegezoll, den Energieversorgungsunternehmen an die Kommunen abgeben müssen, um öffentliche Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen zu nutzen. Diese Abgabe leiten wir an Ihren Netzbetreiber weiter.

Was sind Energiebeschaffungs- und Servicekosten?

Wichtig für die Berechnung des Gastarifes ist auch die Entwicklung des Gaspreises. Dieser hat in den letzten Wochen und Monaten nie gesehene Höhen erreicht. Ebenso zeigen die Preise für die kommenden Monate neue Rekordstände. Diese Kostenpositionen werden anschließend noch von den Servicekosten vervollständigt. 

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