14.01.2026 · Lesedauer 4 min

Was ändert sich 2026 bei Strom und Gas?

Die wichtigsten Neuerungen für Verbraucher im Überblick

Das neue Jahr bringt für Energieverbraucher in Deutschland einige Veränderungen mit sich. Während die Energiekrise der vergangenen Jahre langsam abklingt, hat die Bundesregierung Maßnahmen beschlossen, die Haushalte entlasten sollen. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Stromnetzentgelte sinken

Die wohl bedeutendste Änderung betrifft die Stromnetzentgelte. Diese Gebühren für den Betrieb der Stromnetze machen etwa 30 Prozent des Strompreises aus und sie werden 2026 deutlich günstiger. Möglich macht das ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euroöffnet in einem neuen Tab, den die Bundesregierung für die Übertragungsnetzbetreiber bereitgestellt hat.

Ein Übertragungsnetzbetreiber ist verantwortlich für den Transport elektrischer Energie über weite Entfernungen – in der Regel im Höchstspannungsnetz. Der Strom wird von zentralen Einspeisepunkten wie Großkraftwerken oder Umspannwerken zu den regionalen Verteilnetzen transportiert, die dann Haushalte, Gewerbe und Industrie beliefern.


Konkret bedeutet das:

  • Die Netzentgelte sinken bundesweit um durchschnittlich 2,2 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht einem Rückgang von rund 15 Prozent.
  • Ein Haushalt mit 3.000 kWh Jahresverbrauch kann mit einer Entlastung von etwa 65 Euro pro Jahr rechnen.

Regionale Unterschiede beachten

Die Entlastung fällt je nach Region unterschiedlich aus. Besonders profitieren werden die Stadtstaaten Berlin und Hamburg, während die Ersparnis in Bremen und Sachsen voraussichtlich am geringsten ausfällt.

Wichtig zu wissen: Stromlieferanten sind rechtlich nicht verpflichtet, gesunkene Netzentgelte in bestehenden Tarifen weiterzugeben. Ob und wann die Ersparnis bei Ihnen ankommt, hängt also von Ihrem Anbieter ab.

Kleine Mehrkosten durch steigende Umlagen

Auf der anderen Seite steigen die Stromumlagen leicht an, um 0,35 Cent pro Kilowattstunde brutto. Bei einem Verbrauch von 3.000 kWh bedeutet das Mehrkosten von etwa 10 Euro pro Jahr.

Gasspeicherumlage fällt weg

Zum 1. Januar 2026 ist die Gasspeicherumlage abgeschafft wordenöffnet in einem neuen Tab. Diese Umlage wurde im Oktober 2022 während der Energiekrise eingeführt, um die Kosten für das Befüllen der Gasspeicher zu finanzieren.

Anders als bei den Stromnetzentgelten sind Gasanbieter grundsätzlich verpflichtet, die Abschaffung der Gasspeicherumlage an ihre Kunden weiterzugeben. Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Jahresverbrauch bedeutet das eine Ersparnis von rund 70 Euro pro Jahr.

Gasnetzentgelte steigen

Die gute Nachricht wird teilweise durch steigende Gasnetzentgelte relativiert. Diese erhöhen sich bundesweit um durchschnittlich 11 Prozent. Bei 20.000 kWh Verbrauch sind das Mehrkosten von durchschnittlich 55 Euro pro Jahr.

Gründe für den Anstieg:

  • Gasnetzbetreiber dürfen seit 2025 die Abschreibungsdauer ihrer Netze verkürzen.
  • Der Gasverbrauch ist zurückgegangen und verbrauchsunabhängige Kosten verteilen sich auf weniger Kilowattstunden.


Auch hier gibt es je nach Netzgebiet deutliche Unterschiede.

Tarife vergleichen lohnt sich 

Rund ein Drittel der Gasversorger hat bereits Preissenkungen für 2026 angekündigt, vor allem aufgrund gesunkener Beschaffungskosten. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Preise in der Grundversorgung seit drei Jahren nahezu unverändert hoch geblieben sind, obwohl die Energiekrise längst vorbei ist.

Vergleichen Sie daher Ihre Tarife. Besonders wenn Sie noch in der Grundversorgung sind oder einen älteren Vertrag haben, können Sie durch einen Wechsel oft deutlich sparen.

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